Muskelschmerzen

Schlimmer als Muskelkater: Muskelkrämpfe

Ob beim Schwimmen oder mitten in der Nacht: Ein Muskelkrampf tritt ganz plötzlich auf und legt deine Beweglichkeit auf schmerzhafte Weise lahm. Wie er entsteht und wie du Krämpfe homöopathisch behandeln kannst, erfährst du hier.

Schlimmer als Muskelkater: Muskelkrämpfe
Muskelkrämpfe kommen meist ziemlich plötzlich. Foto: PeopleImages / iStock

Damit unsere Muskeln einwandfrei funktionieren, sind sie auf einen ausgeglichenen Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt angewiesen. Ein Muskelkrampf ist das schmerzhafte Zeichen dafür, dass hier etwas aus den Fugen geraten ist. Er tritt etwa bei Sportlern auf, die beim Training stark schwitzen. Auch Hormone und Stoffwechselveränderungen, etwa bei Schwangeren oder Frauen in den Wechseljahren, führen zu einem Ungleichgewicht. Krämpfe haben aber auch einen seelischer Aspekt: Menschen, die innerlich stark angespannt sind, die unter Lampenfieber oder Prüfungsangst leiden, neigen dazu. Aber oft treten Muskelkrämpfe aus heiterem Himmel, scheinbar ohne besonderen Grund auf.

Wie kommt es zum Muskelkrampf – und welche Rolle spielt Magnesium?

Im Körper benötigen Muskelzellen, aber auch Nerven­zellen im Gehirn und Rückenmark, Magnesium für ihre Arbeit. Es geht darum, Nervenimpulse richtig weiterzuleiten. Deshalb hilft der Mineralstoff auch, Krämpfe zu lösen: Nervenzellen, die den Impuls zum Zusammenziehen geben, drosseln ihre Aktivität, die Muskeln können sich entspannen. Magnesium steckt in Bananen, Haferflocken und Nüssen. Mit einem Frühstücksmüsli aus diesen Zutaten schaffst du bereits eine gute Grundlage für den Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 300 bis 400 Milligramm Magnesium täglich, bei sportlich aktiven Menschen fällt der Bedarf höher aus.

Sofortmaßnahme bei Muskelkrämpfen

Bei Krämpfen ist das Schüßler-Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum, Mittel der Wahl. Das Krampf- und Schmerzmittel wird im Akutfall eingesetzt und ist in der Biochemie nach Dr. Schüßler das wichtigste Anti-Stress-Salz. Magnesiumhosphat kannst du bei plötzlich und blitzartig auftretenden Schmerzen einnehmen, ob bei Verkrampfungen, Verspannungen im Nacken, Kopfschmerz, Regelschmerzen oder Migräne. Auch krampfartiger Husten und Asthma können damit behandelt werden. Das sollte jedoch nicht ohne therapeutische Unterstützung geschehen. Falls Krämpfe zum ersten Mal auftreten oder falls die Beschwerden bestehen bleiben, ist ebenfalls ärztlicher Rat gefragt.

Was sind Schüßler-Salze?

Es gibt 12 Mineralsalze nach Dr. Schüßler. Jedes Mittel hat – abgeleitet von seinem Vorkommen im Körper – bestimmte Einsatzgebiete. Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898), ein Arzt, wollte die Anwendung der Homöopathie vereinfachen und begründete damit seine Mineralsalztherapie. Die Präparate werden nach den Prinzipien der Homöopathie hergestellt.

Falls dein:e Heilpraktiker:in oder Ärzt:in keine andere Empfehlung gegeben hat, nimmst du dreimal täglich eine Tablette ein – das ist die Dosierungsempfehlung für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Bessern sich die Beschwerden, reduzierst du die Häufigkeit der Einnahme. Die Tablette nimmst du eine halbe Stunde vor oder nach dem Essen ein und lässt sie langsam im Mund zergehen.

Säuglinge bis zum 1. Lebensjahr solltest du nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt behandeln, die vorgesehene Dosis beträgt höchstens ein Drittel der Erwachsenendosis. Kleinkinder erhalten die Hälfte, Kinder zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr erhalten zwei Drittel der Erwachsenendosis.

Akutschmerz: Ein Fall für die „heiße Sieben“

Bei akuten Krämpfen, zum Beispiel einem Krampf in der Wade, hat sich die Anwendung von Magnesium phosphoricum als „heiße Sieben“ bewährt: Dafür löst du zehn Tabletten des Schüßler-Salzes Nr. 7 in heißem Wasser auf und trinkst langsam und schluckweise. Behalte jeden Schluck dabei kurz im Mund, damit das Mineralsalz durch die Schleimhaut aufgenommen wird.

Nebenwirkungen gegen das Schüßler-Salz Nr. 7 sind nicht bekannt. Wer überempfindlich auf Laktose (Milchzucker) reagiert oder sich vegan ernährt, kann auf eine alternative Trägersubstanz zurückgreifen, zum Beispiel Getreide- oder Kartoffelstärke.

Redaktion: Medical Health

Quellen:

Dr. M. Wiesenauer, Quickfinder Homöopathie, 2018, Gräfe & Unzer

Sabine Wacker, Schüßler-Salze. Die fantastischen 12, 2013, Trias

https://www.schuessler.dhu.de/produkte/product/show/nr-7-magnesium-phosphoricum.html?info=1&gclid=EAIaIQobChMI5dS__MvR8gIVDeztCh253gQJEAAYASAAEgI3xfD_BwE