Schätzungsweise bis zu 2,2 Millionen Menschen fielen zwischen 1975 und 1979 den Roten Khmer zum Opfer. Diese Zahlen sind für mich fast kaum zu glauben. Heute ist Kambodscha zwar offiziell eine Demokratie. Doch noch immer ist die Menschenrechtsfrage ein heikles Thema. Eine Organisation, die sich für die Menschenrechte einsetzt, ist LICADHO. Seit sechs Jahren arbeitet die Welthungerhilfe erfolgreich mit der kambodschanischen Organisation zusammen. Heute hatte ich die Gelegenheit ihre Direktorin Naly Pilorge zu sprechen. Es war ein sehr spannendes Gespräch mit einer interessanten Frau.

 

Für LICADHO sind eine Anzahl von Ärzten, Sozialarbeitern und Juristen tätig, die sich um die verschiedenen Bereiche wie Bildung, Frauenrechte, Landnahme und noch vieles mehr kümmern. Die Mitarbeiter betreuen Menschen die zu unrecht im Gefängnis sitzen, helfen ihnen ihren Fall vor Gericht zu bringen und bieten Schulungen an. Die Organisation wurde von der Mutter von Naly Pilorge gegründet und beiden Frauen stehen mit viel Engagement hinter der Sache.

 

Naly Pilorge erzählt mir, dass die Menschen früher auf ihrem Land ihr Auskommen hatten. Sie hatten genug zu essen und konnten auch noch etwas für Notfälle zurücklegen. Doch das alles ist heute kaum mehr möglich. Viele wurden einfach von ihrem Land vertrieben, weil Investoren das Land gekauft haben. Gemeinsam mit der Welthungerhilfe unterstützt LICADHO insbesondere diese Opfer von Landraub. Häufig haben die Menschen keine Bleibe mehr, benötigen medizinische Versorgung oder Kleidung, weil sie nichts mehr besitzen, außer das was sie am Körper tragen.

 

Unsere gemeinsame Arbeit erstreckt sich über ganz Kambodscha, weil es an vielen Orten zu Landraub kommt. Für morgen ist meine Weiterreise in den Nordosten geplant. Hier werde ich unsere Projekte in der Provinz Ratanakiri besuchen.