Träge fließt das schlammig braune Wasser des Sesan dahin. Das Millenniumsdorf Kanat Toch liegt direkt am steilen Ufer des Flusses, der von Vietnam kommend in den Mekong mündet. Als ich ankomme sind alle Augen auf uns Ankömmlinge gerichtet. In Kanat Toch sind Fremde selten. Hier in dem abgelegenen Dorf leben die Katchok, eine ethische Minderheit, die stark diskriminiert werden. Die Khmer, die mit 90 Prozent der Bevölkerung die Mehrheit in Kambodscha stellen, blicken auf Völker wie die Kachok herab. Und gerade weil diese Menschen besonders diskriminiert werden, hat sich die Welthungerhilfe entschieden hier zu arbeiten.
Kanat Toch gehört zu den 15 Millenniumsdörfern der Welthungerhilfe. Diese 15 Dörfer oder Regionen weltweit, wurden von der Welthungerhilfe im Jahr 2005 ausgewählt, um hier beispielhaft zu zeigen, dass es möglich ist die von der UN gesteckten Millenniumsziele zu erreichen. Seither leisten die Menschen in Kanat Toch mit fachlicher und finanzieller Unterstützung der Welthungerhilfe und der lokalen Partnerorganisation Centre d’Etude et de Development Agricole Cambodgien (CEDAC), ganz konkrete Beiträge zum Erreichen der Millenniumsziele. Dabei entscheiden die Bewohner des Dorfes selbst, welche Ziele für sie oberste Priorität haben.
Die oberste Priorität der Bewohner von Kanat Toch war die Wasserversorgung, denn eine funktionierende Wasserversorgung ist die wichtigste Lebensgrundlage der Menschen. Dafür wurden zum Beispiel Trinkwasserbrunnen gebaut. Doch fast ebenso wichtig war es für die Menschen, dass sie mehr Einkommen durch bessere Ernten bekommen. Um das umzusetzen, wurde eine Bewässerungsanlage für die Reisfelder gebaut. Dadurch soll sich der Ernteertrag in etwa verdoppeln. Die nächste Erntezeit steht im kommenden Herbst an. Die Menschen von Kanat Toch hoffen darauf, dass sich der Reis so gut entwickelt wie geplant.

Kambodscha leidet immer noch unter den Folgen des Völkermordes durch die Roten Khmer. 
Gesendet von Dieter Hirschmann am 25.12.2010 um 13:19 Uhr #