Die Fahrt in unsere Projektregion nach Ratanakiri führt uns aus dem trubeligen, modernen Phnom Penh hinaus. Zuerst fahren wir noch an Geschäften und mehrstöckigen Wohnhäusern vorbei. Moderne Gebäude wechseln sich mit kleinen, alten und zum Teil verfallenen Gebäuden ab. Doch sobald wir die Stadt verlassen haben, wandelt sich das Bild. Entlang der Straße entdecke ich die typischen kambodschanischen Stelzenhäuser. Die Häuser werden auf hohe Stelzen gebaut, damit ihnen die Regenzeit nichts anhaben kann. Viele der Häuser, die ich sehe sind  jedoch nicht besser als ein Bretterverschlag und ich möchte mir nicht vorstellen, wie es ist hier zu wohnen, wenn die Regenzeit kommt.

 

Auch heute noch lebt ein Großteil der Kambodschaner auf dem Land. Doch das Auskommen der Bauern ist mehr schlecht als recht. 75 Prozent von ihnen müssen von weniger als einem US-Dollar am Tag leben. Weil Großinvestoren mit Brandrodungen Platz für ihre Plantagen schaffen, sind die Böden für den Anbau der Kleinbauern ausgelaugt. Viele Männer suchen Arbeit in den Städten  und die Frauen müssen sich alleine um die Familie kümmern. Als Folge leiden viele Kinder unter chronischer Mangel- und Unternährung. Ich sehe auf den Straßen viele Frauen mit kleinen Kindern, viele von ihnen sehen nicht gesund aus. Deshalb ist es für uns als Welthungerhilfe so wichtig auf dem Land zu arbeiten, denn hier lebt der ärmste Teil der Bevölkerung.

 

Auf unserer Reise nach Ratanakiri durchqueren wir das halbe Land, schließlich müssen wir bis fast nach Laos. Es gibt außer dem Auto keine andere Möglichkeit dorthin zu kommen. Für mich ist es spannend, so viel von Kambodscha zu sehen, weil ich so einen guten Eindruck vom Land erhalte. Als ich schließlich in Ratanakiri ankomme ist es Abend. Für den nächsten Tag steht unser Besuch im Millenniumsdorf Kanat Toch an.