von Hans-Georg Wigge
Er besaß unbestritten alle Attribute um zu einem Publikumsliebling zu werden. Seit dem Tag seines Auftauchens rief sein Erscheinen allerorten Entzücken hervor. Mit seinem Frauchen hatte Struppi, seines Zeichens ein Zwergdackelrüde, von der neuen Wohnung in der Seniorenresidenz "Rentnerfrieden" und zusätzlich von allen Herzen der Senioren Besitz ergriffen. Struppi mutierte schnell zum meistgeliebten Hund weit und breit und hätte sein Frauchen den Liebesbezeugungen nicht ab und an Einhalt geboten, wäre ihm sein Fell wohl bis auf die Knochen weggestreichelt worden. Schon bald ging das Gerücht um, der kleine Hund besäße Menschenverstand. Seinen außergewöhnlichen Status genießend, verbreitete er einen unwiderstehlichen Charme. Die vielen, ihm heimlich zugesteckten Leckerlis hinterließen bereits erste Spuren in Form eines einem Hängebauchschwein gleichenden Bauchansatzes. In den nachmittäglichen Seniorenkaffeetalkrunden ging die Mär um, dass er über einen unglaublichen Instinkt verfüge. Immer wieder sei er beim Besuch eines kleinen Mädchens, welches tagtäglich kurz einmal bei ihrer Großmutter vorbeischaute, förmlich ausgerastet, trotzdem ihm das Kind mit ausgesuchter Freundlichkeit begegnete.
...weiterlesen


