Online-Matching, also das richtige Zuordnen von Jobsuchenden-Profilen und Stellenausschreibungen will gelernt sein. Findet zumindest eine Stellensuchende, die das Online-Matching der Arbeitsagentur getestet hat - wenn auch unfreiwillig!


Dass die Bundesagentur für Arbeit online nicht auf dem allerneusten Stand und auch ihre Stellenbörse nicht das allerbeste Tool ist, um einen Job zu finden, sollte eigentlich jedem, der sich mit dem Thema Online-Jobsuche ein wenig beschäftigt hat, klar sein. Dass das Online Tool in das Profil seiner Arbeitssuchenden jedoch eklatante Fehler “einbaut” (wenn auch unbeabsichtigt) und so auch Fehler bei der Suchfunktion herauskommen, hat mich aber dann doch irritiert.


Denn die Erfahrungen, die eine Arbeitslosengeld-I-beziehende-Bloggerin mit dem Online-Tool macht, stimmen alles andere als optimistisch:


"Denn mit Entsetzen stelle ich fest, dass vor kurzem eklatante Änderungen an meiner Biografie vorgenommen wurden. Zum Beispiel ist mir kurzerhand mein Abitur aberkannt worden. Grmpf. Und auch die bisherigen Tätigkeiten in diversen Firmen – ich bin Marketingfachkraft – wurden jeweils komplett umbekannt, zum Beispiel in PR-Referentin."


Und, so stellte sich weiteren Verlauf der wirklich sehr lesenswerten Geschichte heraus, solche Fehler beheben zu lassen, ist alles andere als einfach: So sind mehrere Gespräche mit der Arbeitsberaterin sowie ein Briefwechsel und ein frustrierendes Erlebnis mit einer Dame der ARGE nötig, damit der Fehler im System dann doch nicht behoben wird.


Und wie, so fragt sich unsere Jobsuchende, wie soll sie schließlich einen passenden Job finden, wenn das Profil und das Ergebnis des Matching-Vorgangs nicht zusammenpassen? So kommt die unfreiwillige Testkandidatin dann zu folgendem Ergebnis:


Es ist den Experten der Bundesagentur für Arbeit offenbar nicht möglich, ein EDV-System so zu programmieren, dass es einfachste Suchalgorithmen ausführt. Schade. Wie gut, dass die derzeit offiziell 3,3 Millionen Arbeitsuchenden nicht ausschließlich auf die Hilfe der Agentur für Arbeit angewiesen sind.

Von Simone Janson