Dieses Miniatur-Haus ist wie ich auf den Punkt gekommen. Vielmehr sind die Betreiber vom Café Lund in Hörnum auf Sylt scheinbar wahre Fliegenpilz und Punkte-Fans - dieses kleine rot-weiß gepunktete Märchenhaus schmückte nämlich die Fensterbank des Eingangsbereichs und fiel mir natürlich sofort ins Auge.

Auf Punkte und Pilze bin ich wirklich sensibilisiert, alles, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist bzw. im hintersten Winkel, unter einem Tuch o.ä. versteckt ist, entdecke ich sofort. Wenn ich es dann würdig für einen Blogeintrag befinde, sehen Sie meinen Fund als Erstes, so wie obiges Märchenhaus.

Das gepunkte Häuschen entspricht zwar nicht ganz meinem persönlichem Geschmack, ich würde es also nicht in meine Wohnung stellen, jedoch ist es liebevoll gestaltet und passt einfach in das etwas in die Jahre gekommene Café Lund. Das wirkte nämlich wie aus den 70ern entsprungen und versprühte ebensolchen sympathischen Charme. Nichts, wo man vielleicht in Hamburg hingehen würde, doch perfekt für einen Cappuccino an einem verregneten Wintertag auf Sylt.

Mich jedenfalls machte es ganz nostalgisch und errinerte mich an einen der Kaffeenachmittage, die ich mit meiner Oma im ehemaligen Einbecker Stadtcafé "Glenewinkel" verbrachte. Die Speisekarten "Lund" - "Glenewinkel" ähneln sich nämlich sehr: Von Buttercremetorten über Plundergebäck und Waffeln mit heißen Kirschen bishin zu Kartofelsalat mit Würstchen - für jeden Geschmack, ob herzhaft oder süß, etwas dabei.

Gerade deswegen hält sich wohl auch ein solch "verschrobenes" Café bei all der Konkurrenz von modernen Coffee Bars & Co. - wo sonst finden sämtliche Altersklassen eine Speise, die Ihnen schmeckt und nicht von Dingen in der Karte verschreckt wird, die sich Mokkachino oder Latte frappé nennen?

Ich jedenfalls würde wiederkommen - auch ohne gepunketem Märchenhaus im Eingangsbereich...