...heißt das wohl, dass ich zu selten Schnittlauch benutze, ihn aber immerhin gegossen habe. Passt hervorragend zu meinem derzeitigen Motto, das bei einer lieben Freundin in Postkartenform an der Wand hin: Ich hab nicht daran gedacht, daran zu denken!

Die liebe Liste wird immer länger. Ich habe ein paar Abende lang nach "Feierabend" mit Dionysos gefeiert und mich gut gelaunt selbst bemitleidet (ja, die Kombination funktioniert!), dass ich einfach nicht in der Lage bin, derzeit etwas zuende zu bringen. Sollte ich es denn überhaupt begonnen haben.

Ich habe für eine Sekunde ernsthaft überlegt , mir einen Coach zu suchen. Da der mich aber arm machen würde und vor mir noch kostspielige Freuden wie Konfirmation, Hochzeit und Urlaub stehen, ist das nicht im Budget.

Ich warte also erstmal ab, ob sich am Donnerstag nicht alles von allein ändert. Schließlich werde ich DREISSIG! 30! DREI NULL! (Was dem HSV derzeit mal ganz gut täte...)

Ich werde echt 30. Ich habe absolut kein Problem mit dieser Zahl. Ich habe nur immer gedacht, dass dieser Geburtstag irgendwie spektakulärer würde. Ich habe ja auch nie beachtet, dass nicht nur wir, sondern auch gleich die meisten meiner Freundepaare nicht mehr allein sein würden und feiern bis in den Morgen aus Gründen den Stillens und der allgemein gesunkenen Ausdauer nicht mehr drin ist. Unseren Kindern ist es nämlich herzlich egal, ob wir am nächsten Morgen gern länger schlafen würden, und mit diesem Gedanken ist lange aufbleiben ziemlich kamikazemäßig.

Früher (so vor 15 Jahren) hat man sich 30-Jährige irgendwie anders vorgestellt. So erwachsen. Und langweilig. Mit Kind und Mann und Gartenzaun. Ach warte mal... :) Na ich hätte jedenfalls gedacht, ich würde mich mit 30 irgendwie erwachsener fühlen.

Und damit wären wir wieder am Ausgangspunkt. Ich finde, was mich am wenigsten 30 macht ist mein Chaos. Meine Klamottenhaufen im Bad und im Schlafzimmer. Mein permanentes Schlüssel-Gesuche. Meine wachsende to-do-Liste. Meine Unhöflichkeit, weil ich immer vergesse "Und wie geht's Dir?" zu fragen, nachdem ich lang und breit meine Lebensgeschichte erzählt habe. Und dass ich immer angerufen werden muss, weil ich es selbst einfach vergesse. Ich denke eben nicht dran, dran zu denken.

Wann fängt man an sich erwachsen zu fühlen? Und wann handelt man auch so?