Da habe ich die Möglichkeit, mal nicht reden zu müssen und was tu ich? Ich führe Selbstgespräche. Da das aber ziemlich unangenehm ist, werde ich den restlichen Tag in Schweigen verbringen.

Seit Antons Geburtstag bin ich nämlich krank. Weil die Halsschmerzen immer schlimmer wurden, statt sich zu bessern, bin ich heute zum Arzt gefahren. Mandelentzündung. Ansteckend. Anton wurde von seinem Papa kurzerhand zu Oma gefahren, damit ich einen Tag mal richtig Ruhe habe und ich ihn nich noch anstecke, bevor die Antibiotika wirken. Bisher ist das glücklicherweise nicht geschehen. Halsschmerzen sind ekelhaft.

Der Arztbesuch hatte noch einen großen Vorteil: Ich darf zukünftig auch mit dem Kleinen zum Doktor kommen! Früher sei man ja auch zu einem Arzt für alle gegangen. Auch ein Hausarzt könne ein Kind untersuchen, sagte er lachend. Ich war das letzte Mal vor 17 Monaten dort. Schwanger und erkältet. Konnte mich nichtmal mehr an seinen Namen erinnern und musste googlen. Nun war ich wieder dort und fühlte mich gleich gut aufgehoben.


Nun sitze ich auf dem Sofa, habe gemütliche Kleidung an und einen Schal um den Hals, esse Hafermatsche und trinke Tee. Und ich sehe fern. Ungestört. Ich sehe "Dienstags bei Morrie", die Neuverfilmung. Und schwupps hab ich gleich zwei Themen für euch: Die Medien und die Ärzte!

Man bekommt für die Baby-Untersuchungen eine Übersicht mit den ungefähren Lebenswochen, in denen die Untersuchung stattfindet. Die U1 ist direkt nach der Geburt und die U2 findet auch noch im Krankenhaus statt, wenn man dort ein paar Tage bleibt. Die U3 kommt schon kurz danach. Wir haben natürlich erst nach Antons Geburt einen Termin beim Kinderarzt gemacht. Dr. B. hatte leider so kurzfristig keine Termine mehr. Wir waren also bei Dr. S. und sind es seither. Nicht wirklich, weil ich das will.

Versteht mich nicht falsch, ich mag Dr. S. persönlich sehr gern. Die Praxis ist auch schön. Anton findet ihn nett und lacht ihn an. Aber als Eltern sollte man sich vorher überlegen, was man für einen Arzt möchte: Schulmedizinier durch und durch oder vielleicht doch offen für Naturheilkunde? Sucht euch euren Arzt nach euren Vorstellungen aus und hört auf Ratschläge (ausnahmsweise mal). Und macht den Termin rechtzeitig! Den Kinderarzt nachträglich wechseln ist -das ist jedenfalls meine Erfahrung- quasi unmöglich. Blöd, oder?

Während Morrie im Film grad die Füße massiert bekommt, wechsel ich das Thema zu den Medien. Das ist ein kalter, hässlicher Begriff für, das was ich eigentlich meine. Filme, Bücher, Internetseiten, Musik. Meine Tipps aus eigener Erfahrung:

Babies - Der Film ist eine Dokumentation, die das Leben von vier Babies aus vier völlig unterschiedlichen Gegenden dieser Welt über das 1. Lebensjahr hin begleitet. Kommentarlos. Da wundert man sich dann schon über die übertriebene Vorsicht, unser ohnehin gutes Trinkwasser noch abzukochen (was ich jetzt nicht abwerten will. Seht's euch an.)


Kuck mal, wer da spricht I und II- Ernsthaft! So lustig! Ich höre manchmal Thomas Gottschalk mit mir sprechen, wenn Anton mich so ansieht.

Alles über meine Schwangerschaft Tag für Tag - Ein Schwangerschaftsbegleitbuch, von dem ich hier zu Anfang öfter geschrieben habe. Jeden Tag ein paar Informationen, was da im Bauch grad passiert, ein paar Fotos, Tipps zu Pflege und Ernährung. Schöne Begleitung und bei uns hat ja auch alles gestimmt!


Oje, ich wachse - Noch so ein Buch, das ich oft erwähnt habe. Die 8 mentalen und körperlichen Sprünge von Kindern in den ersten 14 Monaten werden dort erklärt. Schenkt man den Kritiken bei Amazon glauben, hasst oder liebt man das Buch. Die meisten Bewertungen liegen jeweils bei einem bzw. fünf Sternen. Ich bin mit 4 Sternen dabei. Mir hat das Buch enorm geholfen im ersten Dreivierteljahr. Gestört haben mich von Anfang an die schlechten Übersetzungen der Zitate von Müttern, denn anders kann ich mir die Aussagen nicht erklären. Ja, wir sind oft gefrustet. Aber SO gefrustet kann keiner sein. Das wäre dann schon manchmal ein Fall für's Jugendamt. Außerdem fühlt man sich etwas unter Druck gesetzt, weil die Babies enorm früh krabbeln, laufen und super fingerfertig sind!

Alle anderen Bücher, die ich so hatte, kann ich nicht empfehlen. Im Kochbuch für Babies und im Massage-Buch (beides GU) ist überflüssig viel über's Stillen zu lesen. Ja, auch im Massagebuch! Wenn ich was über Brei lesen möchte, bin ich in der Regel schon 5 Monate am stillen bzw. in meinem Fall am Fläschchen geben. Wenn ich Massagetechniken suche, möchte ich nicht für Infos über das Stillen zahlen. Außerdem sind im Massagebuch genau zwei Varianten für die Massage zu finden, die eigentlich identisch sind, nur "andersrum". Anton mochte eh nicht massiert werden. Fehlkauf. Die Rezepte waren mir zu ausgefallen mit zu viel unterschiedlichen Zutaten, für die ich auch einfach keinen Platz habe! Jetzt, wo er quasi alles aber absolut keinen Brei mehr isst, wird's interessanter, dafür ist dann allerdings wieder zu wenig im Buch. Dann lieber das nächste Buch für Kleinkinder. Vergleicht, bevor ihr dem Charme der hübschen Bücher erliegt!

Meine Güte, wie schnell so ein Tag allein vorbei geht... wir haben soeben beschlossen, dass Anton über Nacht bei Oma und Opa bleibt. Er soll sich nicht in letzter Sekunde noch anstecken. Dabei vermisse ich ihn schon...