Das tat gut. Einfach mal raus. Dass Hildesheim nun nicht gerade der Ort ist, an dem man unbedingt Urlaub machen will, ignorieren wir einfach mal. Wir haben das Beste daraus gemacht und konnten mal zwei Tage wieder Paar sein und nicht "nur" Eltern.

Streuseln in der Fußgängerzone, Kuchen im Antik-Café, Hotelspa, Friday on my mind-Abendbuffet, quatschen, lachen, ausschlafen, duschen ohne Zeitdruck, ausgiebiges Frühstück, ein fantastisches Abschlussessen im Tafeltraum in Winsen und ein lachendes Kindergesicht bei unserer Rückkehr. Er hat uns zwar nicht offenkundig vermisst, aber sich doch sehr über unsere Rückkehr gefreut!

(Die Frau da auf dem Foto sieht verdammt urlaubsreif aus...)

Ich kann das allen Eltern nur empfehlen, die die Möglichkeit haben, die Lütten woanders unterzubringen. Einfach mal raus, auch wenn es nur für eine Nacht ist. Oder für einen Abend ins Konzert, ins Kino, ins Restaurant... Man vergisst im Babyalltag schnell mal, dass der Partner nicht nur der Typ ist, der vergessen hat, die Gemüsekiste mitzunehmen (Kuss, mein Schatz!), sondern der Mann, mit dem man gemeinsam beschlossen hat, ein Kind zu bekommen, nicht weil man so scharf auf Freiheitsberaubung oder Schlafmangel war, sondern weil es das i-Tüpfelchen der Beziehung sein sollte (und meistens auch ist).

Eines ist sicherlich allen Eltern klar: Alter, ist das anstrengend! Da kann das Kind noch so nett und freundlich sein, der Tagesablauf wird nun mal fremdbestimmt und es gibt Tage, da ist das einzige Ziel, den Kleinen möglichst bald zum Schlafen zu bringen. In der Partnerschaft sinkt die Schwelle der Empfindlichkeit parallel zur Hemmschwelle rumzumotzen. Wegen Nonsens natürlich. Beides wenig hilfreich. Der Elan, den Abend nach dem Zubettbringen noch großartig zu nutzen, ist bei mir selten da.

So ein kurzer Ausflug ohne Nachwuchs und weitestgehend ohne Baby-Gespräche lädt den Romantik-Akku ziemlich schnell wieder auf. Keine Frage, wir beide haben den Lütten schon heimlich vermisst, als wir noch bei meinen Schwiegereltern saßen. Und als am Samstag eine Erkältung aufzukommen drohte und mein Mann halb im Spaß meinte, dass ich Anton so nicht zu nahe kommen dürfe, zerbrach mir fast das Herz.

So ist es in der Partnerschaft ja auch: Jemanden vermissen tut zwar weh, tut aber auch gut. Und uns etwas Gutes tun, kommt jetzt öfter auf die überfüllte to-do-Liste!