Sätze, die mit "Wenn erst" oder "Warte bis" beginnen, gehören eigentlich in die große Witze-Kiste.

Das ist allgemeingültig im Leben, aber ganz besonders auffällig im Zusammenleben mit einem Baby. Wenn er erst sitzen kann, dann wird er viel lieber allein spielen (3 Minuten zirka). Wenn er erst krabbeln kann, wird er viel entspannter, weil er hin kann, wo er will (ja, hinter mir her und die gefährlichen Treppen hoch). Wenn er erst vorwärts fährt im richtigen Kindersitz, wird er viel lieber Autofahren (angeschnallt bleibt angeschnallt).

Aktuell ist es das Thema Krabbeln. Kann er, macht er. Reicht ihm aber nicht. Jetzt ist aufstehen angesagt! Er ist wie sein Papa, ist ein Ziel erreicht, wird gleich ein neues gesteckt. Mal zwischendurch entspannen? Iwo. Meine rosarote Hoffnung, dass ich mich nun mal zurücklehnen kann oder den Lütten auch mal eine Weile unbeobachtet vor sich hin spielen lassen kann, war eine Seifenblase. So leicht, so hübsch anzusehen, doch leider so schnell geplatzt.

(Im Hintergrund gut sichtbar: Treppenschutzgitter. Sonst läge er bereits unten im Flur. Und absehbar ist schon jetzt, dass er gleich umkippt.)

Man mag jetzt stolz sein als Mutter, dass der Bub in seinem Alter schon so viel kann. Für mich bedeutet es aber gleichzeitig, dass ich entweder zusehe, wie er einfach wegrutscht und hinfliegt, weil er wieder vergessen hat, dass er noch gar nicht laufen kann. Oder es bedeutet, dass ich sein Airbag bin.


Ich sag mal so: Ist Teppich drunter, lass ich ihn schonmal mit den Konsequenzen seines Bewegungsdrangs leben und die steckt er leichter weg, als man denken würde. Pusten, küssen, schon ist er wieder unterwegs.