Nach „Braut“, „Hochzeit“, „Weddingstyle“ & Co. müsste ich es längst haben: das Kleid.
Was diese Besserwisser-Magazine nicht bedenken. Die Braut braucht erst eine Figur, bevor sie ein Kleid haben darf. So etwas nennt man voreheliche Selbstkasteiung. Das soll jetzt keine unrealische Nummer werden: dreimal statt zweimal die Woche Sport und drei Kilo bis Ende Mai weniger. Ganz easy! Und wirklich erst dann wird ein Kleid gekauft. Danach sind es nur noch knapp vier Monate, um das Gewicht zu halten. Super! Das klingt nun zum ersten Mal nach einem Plan. Ich glaube, ich bin drin in diesem Hochzeitsding.
Bevor man ein Hochzeitskleid kauft, sollte die zukünftige Braut zum „Wie sehe ich ohne Kleid aus“-Plan auch einen „Wie soll das Kleid aussehen“-Plan haben.
Das ist auch das Erste, was kommt, wenn man bekannt gibt, dass man heiratet. – Naaa, wie soll das Kleid aussehen? – Ähm, weiß? – Naja, was für ein Weiß? – Öhm, das Helle?
Konkreter ist da der derzeitige Zwischenstand zur Brautkleid-Vorstellung vor dem Brautkleid-Kauf. Die Frau mit Plan - alias ich - war fleißig und hat alle aktuellen Kollektionen, aller Labels des bevorzugten Brautausstatters durchforstet. Von jedem Kleid, von dem sie Schnappatmung bekam, ein Foto in ihrem Hochzeitsordner auf dem Macbook abgespeichert. Fertig!
Zum Glück haben solche Ordner unbegrenzt Speicherplatz – oder besser gesagt – leider. Bilanz: 105 Kleider! Die alle anzuprobieren, könnte die vier Monate dauern, die mir vom Tag des Brautkleidkaufs bis zur Hochzeit noch bleiben.
Ich muss dazu sagen, man lässt sich zu stark von den Models in den Kleidern beeinflussen. Model sieht scheiße aus? Unmöglich! Egal, wie toll das Kleid aussieht.
Das Gute ist, 90 Prozent der 105 Kleider sehen nahezu identisch aus. Das kommt davon, dass es - wie überall - Trends gibt. Und ich bin heilfroh, dass in diesem Jahr keine Puffärmel, Pailletten oder farbige Korsagen „in“ sind. Und dass sich in den Brautmagazinen die „Konventionen“ lockern: „Sie dürfen jetzt auch...“. Wie freundlich!
Meine kleine Auswahl an Brautkleid-Vorstellungen wird sich auch zusätzlich selbst nach unten korrigieren, wenn endlich mal jemand über Preise spricht. Der erste Satz im Brautausstatter lautet doch eh: „Und? Wo liegt Ihr Budget?“
Wo sollte es denn liegen, wenn ich eines der Teile aus meinem tollen Ordner will?



Gesendet von Pia am 07.04.2012 um 19:01 Uhr #
Gesendet von Martina am 10.04.2012 um 10:11 Uhr #