Gestern lief die Premiere der Miniserie "Weißensee", um 20.15 Uhr auf dem Ersten. Der erste von sechs Teilen – und ich muss sagen: hat mir echt gut gefallen. 45 Minuten lang bietet die Serie Ost-Leben satt. Dass hört sich zwar zunächst eher dröge an, aber ganz im Gegenteil fehlt jede Spur vom üblichen Grauschleier. "Weißensee" schickt einen zurück in die 1980er Jahre in einen grünen Berliner Randbezirk, jenseits der Mauer, fernab von reiner Ostalgie, authentisch, liebevoll und vor allem ganz nah an den Menschen. Eine Fernsehserie, die vom Alltag in der DDR lebt, und auch ohne übertrieben rührseelige Stasi-Schosen und quietschbunten Ostalgie-Humor gut auskommt. Besonders die Besetzung passt wie die Faust aufs Auge. Katrin Sass, Hannah Herzsprung, Ruth Reinecke, Anna Loos, Jörg Hartmann, Uwe Kockisch und Florian Lukas bilden zusammen ein exzellentes Ensemble. Hoffentlich bleibt es nicht bei den bislang gedrehten sechs Folgen. Ich bin für mehr! Derartig gelungene Serien gibt es eh immer seltener.
